Eineinhalb Titel für Birkenfeld – Schnellschach- und Blitz-Meisterschaft der Frauen 2018

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Der 11. August 2018 stellt ein historisches Datum in der Vereinsgeschichte der Schachfreunde Birkenfeld dar. Zum ersten Mal gelingt einem Mitglied unseres Vereins ein Sieg bei einer Rheinland-Pfalz-Meisterschaft! Nicht ein Erfolg einer Mannschaft in einer der unteren Klassen, nicht ein Titel im Jugendbereich, sondern ein richtiger, echter Titel auf Landesebene.

Zum Schnellschachturnier fanden 7 Spielerinnen den Weg in die Alte Schule nach Birkenfeld. Die Problematik der geringen Teilnehmerzahl bei Frauenturnieren habe ich schon in anderen Berichten angesprochen; ganz offensichtlich hält sich das Interesse der rheinland-pfälzischen Spielerinnen sehr in Grenzen, selbst wenn es um Landestitel und die Qualifikation für deutsche Meisterschaften geht. Unser Verein stellte mit Katharina Bohrer, Sabine Ziegler, Svenja Mayer und Tamana Amanzada mehr als die Hälfte der Spielerinnen – immerhin, bei uns sind die Frauen motiviert! Als Favoritinnen traten aber Titelverteidigerin Lena Mader (DWZ 1712, SC Ramstein-Miesenbach, seit dieser Saison auch als Gastspielerin in unserer ersten Mannschaft aktiv) und Monika Braje (DWZ 1786, SG PST-Trier / Bernkastel-Kues) an. Die weiteste Anreise hatte die jüngste Spielerin: Die erst 10jährige Carisa Kong (SC Jünkerath) spielte ihr erster Turnier gegen Erwachsene und hielt großartig mit. Auch wenn es diesmal noch keine Punkte für sie gab, konnte man ihr großes Talent erkennen.

Die Teilnehmerinnen der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft 2018 im Schnellschach.

Der Turnierverlauf war trotz der geringen Teilnehmerzahl spannend, weil sich keine der Spielerinnen absetzen konnte und es mehrere unerwartete Ergebnisse gab. Bereits in der Auftaktrunde gelang Svenja ein überraschender Schwarzsieg gegen Lena, die noch am Vortag ein Turnier in Bann gespielt hatte und erst nach und nach ihre Form fand. In der 2. Runde besiegte Monika Katharina, gab dann aber ihrerseits in der 3. Runde ein Remis gegen Sabine ab. In der 4. Runde übernahm Lena nach einem Sieg in der Spitzenpartie gegen Monika erstmals die Tabellenführung – und verlor sie umgehend in der 5. Rund durch eine Weißniederlage gegen Katharina wieder. Dieses Duell, Lena gegen Katharina, sollte den gesamten Tag bestimmen. Katharina ging nach diesem Erfolg als Führende in die beiden Schlussrunden und holte gegen Svenja und Carisa sicher beide Punkte. Mit 5 Siegen und einem halben Punkt Vorsprung verwies sie Monika (4,5) und Lena (4) auf Plätze.

Im Alter von 13 Jahren krönt sich Katharina damit erstmals zur Landesmeisterin von Rheinland-Pfalz. Nach einem zuletzt etwas durchwachsenen Jahr zeigte sie im Schnellschach wieder die Tugenden, die ihr bereits zwei Jugendtitel eingebracht haben: Schnelle Auffassungsgabe und kreatives Spiel. In zwei Wochen wird sie unser Bundesland bei den Deutschen Meisterschaften in Hessen vertreten.

Das Duell des Tages: Katharina und Lena saßen sich insgesamt fünfmal gegenüber, hier vor dem Beginn des Stichkampfs.

Teil zwei des ereignisreichen Tages stand im Zeichen des Blitzschachs. Mit noch 6 Teilnehmerinnen – Carisa war mittlerweile nach Hause gefahren – wurde ein doppeltes Rundenturnier ausgetragen. Dieses wurde zunächst von Lena dominiert, die 6 Runden lang ein perfektes Turnier spielte, alle ihre Partien gewann und zu diesem Zeitpunkt bereits volle 2 Punkte Vorsprung auf Monika und Katharina aufwies. Aber in den letzten Runden wurde das Feld noch einmal völlig durcheinander gewürfelt: In der 7. Runde verlor Lena ihre erste Partie gegen Katharina, so dass die beiden Verfolgerinnen den Rückstand auf einen Punkt verkürzen konnte. In der 8. Runde vergab Lena den zweiten „Matchball“ gegen Monika. Da gleichzeitig Katharina aber gegen Sabine nicht über ein Remis hinauskam, lautete der Zwischenstand vor den letzten beiden Runden: 1. Lena und Monika jeweils 6 Punkte, 3. Katharina 5,5. Runde 9 schien eine Vorentscheidung zu bringen: Lena gewann ihre Partie, Katharina besiegte Monika, die dadurch aus dem Kampf um den Titel ausschied. In der letzten Runde hatte es Lena selbst in der Hand, mit einem Sieg gegen Svenja das Turnier für sich zu entscheiden. Doch auch diesen dritten „Matchball“ konnte sie nicht nutzen: Am Ende sprang nur ein Remis heraus, und da Katharina gleichzeitig ihre letzte Partie gewann, waren beide Spielerinnen punktgleich. Für diesen Fall sah das Reglement einen Stichkampf über 2 Blitzpartien mit vertauschten Farben vor. Die erste Partie gewann Lena relativ glatt, in der zweiten machte sie es durch einen unerwarteten Figurenverlust noch einmal spannend, aber das verbliebene Material reichte für Katharina nicht mehr zum Sieg. Lena gewinnt somit den Stichkampf mit 1,5:0,5 und verteidigt ihren Blitztitel aus dem Vorjahr. Da sie wie gesagt in dieser Saison auch für unsere 1. Mannschaft spielt, ist dies zumindest ein „halber Titel“ für Birkenfeld, was die etwas sonderbare Überschrift erklärt.

Wir drücken beiden Meisterinnen die Daumen für die deutschen Meisterschaften: Für Katharina geht es bereits am 25./26. August in Gladenbach zur Sache, Lena spielt ihre deutsche Meisterschaft Anfang Dezember in Bamberg.

Ergebnisse auf der Seite von Chess Results: SchnellschachBlitz

Neuzugänge, Teil 2

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Maximilian in seiner Partie gegen Jan Gustafsson

Wie versprochen hier der zweite Teil des Bereichs über die Neuzugänge. Ich schreibe diesen Teil mit gemischten Gefühlen: Beide Spieler waren in der vergangenen Saison für den SC Idar-Oberstein aktiv, der 2018/19 keine Mannschaft mehr melden kann. So sehr wir uns über den Wechsel von Maximilian und Rodolfo freuen, so traurig muss es jeden Schachfreund stimmen, dass ein traditionsreicher Verein wie der SC Idar-Oberstein damit vorerst von der Landkarte des rheinland-pfälzischen Schachs verschwunden ist.

 

Maximilian Klein kam recht spät, mit 13 Jahren, zum Schachsport: Im Haus seiner Großeltern befand sich als Teil einer Spielesammlung ein Schachspiel, mit dem ihm sein Vater die Grundzüge zeigte. Nach wenigen Partien blieb Maximilian stets Sieger. Zu Weihnachten bekam er einen einfachen Schachcomputer, dessen Rechenleistung aber schon bald ausgereizt war. Ein weiterer, besserer Schachcomputer konnte ebenfalls nicht lange mithalten. Deshalb meldete ihn sein Vater im Schachclub Idar-Oberstein an, für den er bis zum Wechsel zu den Schachfreunden Birkenfeld viele Siege errang.

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Neuzugänge, Teil 1

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Hier noch im Einsatz für ihre Schule bei der Deutschen Meisterschaft, bald auch für unsere Mannschaften (v.l.n.r.): Neo, Charlyne und Felix.

Die letzten Wochen vor dem Meldeschluss unserer Mannschaften waren turbulent: War ich bei der Vorbesprechung für die Ligazusammenstellung im Mai noch davon ausgegangen, dass wir eher nur acht statt wie in der letzten Saison neun Mannschaften melden würden, so überschlugen sich danach die Ereignisse. Fast täglich kamen neue Mitglieder hinzu, sodass wir letztlich sogar zehn Mannschaften zusammenstellen konnten. Ich möchte in diesem Artikel die Neuzugänge kurz vorstellen – wie der Titel bereits vermuten lässt, wird es noch einen zweiten Teil zu diesem Thema geben.

 

Wie so oft entstammen die meisten unserer Neuzugänge dem Umfeld der Grundschule Idarbachtal in Tiefenstein.

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Vorstandswahlen

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Der neugewählte Vorstand (es fehlt Svenja).

Auf der Mitgliederversammlung vom 8. Juni wurden Vorstand und Beisitz neu gewählt.

Dabei kam es zu folgendem Ergebnis:

Erster Vorsitzender Mario Ziegler, Zweiter Vorsitzender Alexander Ehrlich und Schatzmeister Olaf Renneberg.

Als Beisitzer fungieren Svenja Mayer (Jugend), Stephan Schoele (Spielleiter), Peter Lozar (Schachraum/Material) und Mike Sidon (Pressearbeit).

Schachkonkress 2019

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Wappen SchachMit großer Vorfreude blicken die Schachfreunde aus Birkenfeld auf den 88. Pfälzischen Schachkongress, der als eines der größten Turniere der Region vom 18. bis zum 28. April 2019 vom Verein organisiert und im heimischen Birkenfeld ausgetragen wird. Traditionellerweise setzt sich dieses Event dabei aus einer Reihe vorberechtigter Meisterturniere, einem Seniorenturnier sowie aus einem für alle Mitglieder des deutschen Schachbundes offenen Hauptturnier zusammen. Mit diesem Turnier, das bis in die Weimarer Republik zurückreicht, darf sich die Birkenfelder Region bereits jetzt auf ein spannendes und unterhaltsames Ereignis freuen.

Mannschaftspokal

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Berichterstatter Mike Sidon in seiner spannenden Partie gegen Ansgar Barthel.

Trotz einer sehr starken Leistung kam die erste Mannschaft im Pokal nicht über die erste Runde hinaus. In der aus vier Spielern bestehenden Mannschaft bot Mike Sidon am ersten Brett als erster Remis an, worauf sich sein Gegner eine Stunde Zeit nahm, um über das Angebot nachzudenken. Da die von diesem berechneten taktischen Abwicklungen nicht erfolgversprechend schienen (und auch nicht gewesen wären), musste er annehmen. Kurze Zeit später erzielte auch Niklas an Brett 2 ein Remis. In einer ausgeglichenen Stellung besaß Niklas zwar das Bauernzentrum, musste aber jederzeit mit Gegenspiel des Gegners rechnen. An Brett 3 stemmte sich Ernst Michael lange vergeblich gegen die Niederlage, die durch einen Bauernverlust im Mittelspiel eingeleitet wurde. Auf eine Pattfalle Ernst Michaels gegen Ende der Partie reagierte der Gast aus Pirmasens sehr umsichtig: Er wandelte seinen Bauern nicht in eine Dame, sondern in einen Turm um.

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