Archiv für die Kategorie 'Ligaspiele'

2020/21 – Blick voraus auf eine ungewisse Saison

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Lena Mader bei der Offenen Deutschen Frauenmeisterschaft 2020 in Erlangen (Foto: privat)

An dieser Stelle könnte ein freudestrahlender Vorbericht auf die Saison 2020/21 stehen, voll von positiven Meldungen über hochmotivierte Birkenfelder Spieler, das Ziel, in der 2. Pfalzliga um die Meisterschaft mitzukämpfen, hoffnungsvolle Nachwuchstalente, bärenstarke Neuzugänge. Aber über allem schwebt die Ungewissheit, ob es diese Saison überhaupt geben wird. Ein normaler Spielbetrieb, soweit ist klar, wird wegen der Beschränkungen in Folge der Corona-Pandemie nicht stattfinden können. Auf der Mitgliederversammlung des Pfälzischen Schachbundes im September wurde ein Ersatz-Spielbetrieb mit Vierermannschaften beschlossen. Vierermannschaften erlauben eine Personenzahl unter 10 pro Wettkampf, was uns damals als ein sinnvoller Kompromiss erschien. Mittlerweile ist auch das wieder Makulatur, der Start des Spielbetriebes wurde nach hinten verschoben und die Sorge, ob überhaupt Züge auf echten Schachbrettern und nicht nur im Internet ausgeführt werden können, ist allerorten zu vernehmen. Und doch soll es im Folgenden um all das Positive geben, das in den letzten Wochen unserem Verein widerfahren ist. Kurz: Es geht um hoffnungsvolle Nachwuchstalente und bärenstarke Neuzugänge.

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Erste Mannschaft unaufhaltsam

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Die Bretter 7 und 8: Mark-André Ruppenthal und Michael Hippenstiel

Obwohl die Ambitionen nach ganz oben nicht mehr vorhanden sind, prescht die erste Mannschaft weiter von Sieg zu Sieg. Gegen den Gast aus Weilerbach zeigten die Birkenfelder einmal mehr, was in dieser Saison eigentlich möglich gewesen wäre. Mike Sidon holte den ersten Punkt, da er bereits in der Eröffnung einen Bauern gewinnen und diesen Vorteil Stück für Stück ausbauen konnte. Kurze Zeit später erhöhte Ernst Michael Porcher auf 2 zu 0, mit einem Turmopfer auf h6 konnte er den gegnerischen König spektakulär in offenes Terrain ziehen und ihn schnell matt setzen. Mario Ziegler hatte gegen Bernd Lange alles im Griff, eine positionell souverän angelegte Partie brachte ihm zunächst einen Bauerngewinn und im weiteren Verlauf absolute Dominanz auf der 6. Reihe, der Verlust weiterer Bauern war die Folge. Maximilian Klein nahm in Zeitnot ein Remisangebot seines Gegners an, ein Weiterspielen wäre mit Risiko verbunden gewesen: zwar hätte er seine Bauernphalanx am Damenflügel in Bewegung setzen können, das Läuferpaar seines Gegners Falco Nogatz wirkte aber sehr agil.

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Birkenfeld I festigt Platz 3

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Rudolf (Meier) und Rodolfo (Graf), unsere Bretter 7 und 8

Am Sonntag, den 12.01.2020 kam es zu unserem siebten Match der Saison, am Ende gelang zwar ein ungefährdeter Sieg, dennoch konnte der SC Niederkirchen gegen uns relativ viele Brettpunkte erzielen. Doch der Reihe nach: Schon früh musste Aushilfsspieler Rodolfo Graf um seine Partie bangen, da er einen Zug vergaß und so mit einer Qualität weniger in Nachteil geriet, was sein Gegner Klaus Leppla aber letztlich nicht ausnutzen konnte, Remis. IM Herbert Bastian hatte zwar im Mittelspiel einen Bauern weniger, der König des Gegners war allerdings in offenes Terrain gezerrt, was am Ende den Ausschlag zum Partiegewinn an Brett 1 gab. Maximilian Klein hatte am vierten Brett eigentlich alles im Griff, im Mittelspiel war er sogar zu dem befreienden Vorstoß e5 gelangt, was ihm alle Möglichkeiten zu geben schien. Irgendwann sah er sich mit Turm und Läufer allerdings der Dame und einem Freibauern seines Gegners Dieter Walther gegenüber, dieser materielle Nachteil war nicht mehr zu kompensieren. Und dann lagen wir plötzlich sogar zurück: Ernst Michael Porcher baute sich in der Eröffnung irgendwie recht passiv gegen seinen Gegner Denis Yakovenko auf, gar nicht sein Spiel. Auch spätere Versuche, die Stellung zu verschärfen, scheiterten, zu viele Schwächen führten schlussendlich zu einem ungefährdeten Sieg des Niederkircheners zum  2,5 zu 1,5 für die Heimmanschaft. Niklas Leyendecker mühte sich redlich am dritten Brett, am Ende war aber nicht mehr als ein Remis drin. So mussten nun die letzten drei Partien über den Ausgang des Matches entscheiden.

Niklas Leyendecker und Maximilian Klein an den Brettern 3 und 4

Zunächst punktete Rudolf Meier, der am Tag zuvor noch seinen 86. Geburtstag feierte und sich mit einem schön herausgespielten Sieg belohnen konnte. Die Figuren seines Gegners waren zur Passivität verdammt, sodass Philipp van Riel irgendwann entnervt aufgeben musste. Spielstand nun 3 zu 3. Mario Ziegler besorgte dann die Führung. Schon früh konnte er gegen seine Gegnerin Christina Eimer einen Bauern gewinnen, musste sich aber lange mühen, diesen auch zu verwerten. Als der Vorteil dann im Turmendspiel auf zwei Bauern anwuchs, war ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen. Mike Sidon setzte schließlich den Schlusspunkt. Schon ausgangs der Eröffnung konnte er Bauern und Qualität gewinnen, zwar dauerte die Partie dann noch bis zum 49 Zug, der Sieg Sidons war aber nie wirklich in Gefahr. Nach drei Siegen in Folge stabilisiert sich der SC Birkenfeld nun auf dem dritten Platz, mit zu viel Rückstand nach ganz oben, allerdings weist die immer noch höchste Brettpunktzahl darauf hin, dass man eigentlich eine recht starke Saison spielt.

Erste Mannschaft beschenkt sich mit einem Sieg gegen Fehrbach zu Weihnachten

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Mit 6 zu 2 gegen unseren Tabellennachbarn SC Fehrbach ließ unsere erste Mannschaft das Jahr 2019 positiv ausklingen. Dabei ließ die Gastmannschaft das zweite Brett allerdings unbesetzt, sodass sich Michi Porcher einen geruhsamen Sonntag gönnen konnte und wir 1 zu 0 in Führung gingen. Schnell erhöhte Mike Sidon auf 2 zu 0. In einer bekannten Eröffnung baute sich der Fehrbacher Mathias Jennewein etwas unglücklich auf, sein dann folgender Versuch, das Stellungsproblem taktisch zu lösen, misslang. Am achten Brett ließ sich Rudolf Meier schon früh auf einen Generalabtausch mehrerer Figuren ein, aber was vorteilhaft erschien, erwies sich bei genauerem Blick als Verluststellung: Rudolf hatte einfach eine Figur weniger. IM Herbert Bastian (Foto) erhöhte am ersten Brett auf 3 zu 1. Mit viel Geduld und seinem Läuferpaar hatte sich Herbert in die gegnerische Stellung regelrecht eingegraben, so sehr, dass sein Gegner Arno Breihof in der Endstellung keinen einzigen sinnvollen Zug mehr zur Verfügung hatte. Kurze Zeit später erreichte Arvid Kammann gegen den Fehrbacher Frank Müller ein Remis, durchaus ein Erfolg in Anbetracht eines schwierigen Endspiels mit Minusbauern. Den endgültigen Punkt zum Sieg steuerte nun Mario Ziegler bei. In einem wieder einmal total unübersichtlichen Mittelspiel mit scheinbaren Chancen auf beiden Seiten profitierte Mario am Ende davon, dass sein Gegner Thomas Hellstern seinen Königsflügel zu sehr entblößte und dort auch eine Figur einstellte. Kurz danach musste Maxi Klein ins Remis einweilligen, mit allerdings nur noch 20 Sekunden auf der Uhr. Maxi hatte die Partie eigentlich überwiegend im Griff und war einem Bauerngewinn nahe, Norbert Jennewein verteidigte sich jedoch zäh und in der Endstellung gab es nun unkalkulierbare Risiken für beide Seiten. Am längsten spielte unser Junior Niklas Leyendecker am dritten Brett – und belohnte sich am Ende mit einem hart erkämpften, aber auch schön herausgespielten Sieg. Lange war nicht klar, wie Niklas seinen Qualitätsgewinn nun würde verwerten können, aber ein einfaches und nicht mehr abwendbares Treppenmatt bei einigermaßen vollem Brett brachte am Ende die Entscheidung. Mit 8 zu 4 Punkten überwintert unsere erste Mannschaft nun erst einmal auf dem dritten Tabellenplatz, keine schlechte Leistung, aber mit ein bisschen mehr Glück wäre sicherlich auch mehr möglich gewesen. Dem Berichterstatter verbleibt es nun, allen eine schöne Weihnacht und einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen!

Erste Mannschaft kann doch noch siegen!

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Die vorderen Bretter: Im Vordergrund Maximilian Klein gegen Bernd Hauck, hinten links Niklas Leyendecker gegen Klaus Kuschmann, rechts Ernst Michael Porcher gegen Carsten Haubelt.

Nach zwei knappen Niederlagen in Folge waren wir wieder einmal mit einem Sieg dran. Leidtragende Mannschaft war der Aufsteiger vom SK Enkenbach, der mit 4 zu 4 Punkten ganz gut in die Saison gestartet und dementsprechend keineswegs zu unterschätzen war. Anthony Hess machte dabei den Anfang. Ihm gelang es, mit einer Springergabel auf c7 eine Zugwiederholung zu erzwingen, gegen seinen DWZstärkeren Gegner ein Erfolg. Bald danach erzielte Mario Ziegler die Führung. Sein Gegner Torsten Friedrichs agierte etwas überoptimistisch, als er mit dem Zug e3-e4 im Zentrum Raum greifen wollte. Die dann folgenden taktischen Verwicklungen sprachen eindeutig gegen ihn, sodass wir in Führung gingen.

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Topspiel gegen Thallichtenberg verloren: 3,5 zu 4,5

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Großartiges Einzelergebnis, das am Ende bedeutungslos blieb: Ernst Michael Porcher vor seinem Remis gegen Andre Bold.

Am 10.11. hatten wir eine weitere große Chance, den Kampf um den ersten Platz in der 2. Pfalzliga West spannend zu gestalten. Ein Blick auf den DWZ-Schnitt der Mannschaften zeigte, dass beide Mannschaften ihre Top-Besetzung aufbieten konnten. Thallichtenberg 1969, Birkenfeld 1971. Ein nahezu ausgeglichenes Match sollte sich in den folgenden Stunden jenes Sonntags abspielen. Dabei fing es aus Birkenfelder Sicht gut an.

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