Zwei Birkenfelder Starter bei der Deutschen Meisterschaft

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„DEM – Deutsche Jugend-Einzelmeisterschaften. Dies ist die älteste Form der Deutschen Meisterschaften. Zuerst nur in der höheren Altersgruppen ausgerichtet, hat sich dieser Wettbewerb in den 80er und 90er Jahren zunehmend verjüngt. Heute richten wir nach Möglichkeit alle Turniere gleichzeitig an einem Ort aus. Dadurch entsteht mit etwa 500 Teilnehmern und mehreren hunderten Begleitern ein besonderes Erlebnis, das für die Jugendlichen und die Deutsche Schachjugend gleichermaßen den schachlichen Höhepunkt des Jahres bedeutet. Die Teilnehmer qualifizieren sich zum großen Teil aus den Landesverbänden. Hinzu kommen einige Freiplätze. Termin: Pfingstsamstag bis zum darauffolgenden Samstag eines jeden Jahres.“

Dieses Zitat entstammt der Homepage der Deutschen Schachjugend, die seit 1996 die zentrale nationale Jugend-Einzelmeisterschaft ausrichtet. So ist es auch in diesen Jahr, und wie bei den vergangenen Auflagen ist Willingen im Sauerland der Austragungsort. Doch damit enden schon die liebgewonnenen Gewohnheiten. Im Gegensatz zu den Vorjahren finden 2020 nicht alle Turniere gleichzeitig statt: Die Altersklassen U18-U14 werden ab dem 19.10. ausgetragen, die U12 und U10 in der darauffolgenden Woche ab dem 26.10. Die Qualifikation auf Ebene der Landesverbände war möglich, aber zumindest in Rheinland-Pfalz in den älteren Jahrgängen stark eingeschränkt. Und zuletzt weicht dieses Jahr der Termin von der Tradition ab: Von der Zeit um Pfingsten wurde das Turnier in den Herbst verlegt. Wie man sich denken kann, ist die Corona-Pandemie der Grund für alle diese Änderungen, und es ist der DSJ hoch anzurechnen, dass in diesem Krisenjahr überhaupt eine Meisterschaft dieser Größenordnung durchgeführt werden kann.

Milan (Mitte) mit den beiden DJEM-Startern Fabian Mader (links) und David (Schwarz)

Aus Birkenfelder Sicht liegt der Fokus auf der Altersklasse U12, wo zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte zwei Spieler unseres Vereins an einer deutschen Meisterschaft teilnehmen. Und noch ein Novum: Erstmals haben sich Jungs aus unserem Verein für eine DEM qualifiziert, nachdem wir bei den Mädchen zweimal (2016 und 2017) durch Katharina Bohrer vertreten waren. Dieses Jahr ruhen die Augen auf Milan Schneble und Patrick Ehrlich.

Milan, der im Frühjahr vom SC Bann zu uns wechselte, konnte bislang ein glänzendes Jahr 2020 feiern: Souveräner Sieg bei der Pfalzmeisterschaft im Januar, Gewinn der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft im April nach dramatischer letzter Runde, eine gute Vorstellung in der Deutschen Online-Liga und zuletzt eine starke Generalprobe mit einem 8. Platz in seiner DWZ-Gruppe beim Cup der Deutschen Einheit in Wernigerode. Bei diesem Turnier startete er verhalten mit 1/3, legte danach aber einen tollen Schlussspurt mit 3,5 Punkten aus den letzten 4 Runden hin.
Patrick hatte sein stärkstes Turnier bei der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft, die im April in Birkenfeld ausgetragen wurde. In einem turbulenten Finale gelang ihm ein „Big Point“ gegen David Schwarz aus Zweibrücken, der ihm Platz 4 und damit die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft bescherte. In Folge der Corona-bedingten Schachpause im Sommer gab es wenig Gelegenheiten für ihn zu spielen, zuletzt zeigte er aber in der Vereinsmeisterschaft, wo er in der Spitzengruppe mitspielt, seine gute Form. Als Betreuer unserer Spieler werden Alexander Ehrlich und Mario Ziegler die Reise nach Willingen antreten.

Patrick (links) vor seiner Entscheidungspartie gegen David Schwarz bei der Rheinland Pfalz-Meisterschaft

Aus unserem Bundesland werden außerdem Michael Schreidl (SK Frankenthal), David Schwarz (SK Zweibrücken) und Fabian Mader (VfR-SC Koblenz) starten. Die Konkurrenz auf der Deutschen Meisterschaft ist freilich nicht von schlechten Eltern. Mit stolzen 2140 DWZ ist Sreyas Payyappat aus Niedersachsen klarer DWZ-Favorit. Dass das Turnier dennoch insgesamt etwas schwächer besetzt zu sein scheint als im Vorjahr (2019 betrug der Schnitt der ersten Zehn der Setzliste 1898 DWZ, diesmal 1865) könnte auf Corona-bedingte Absagen zurückzuführen sein. Insgesamt nehmen 57 junge Schachtalente den Kampf um Titel und Pokale auf.

Wir drücken unseren beiden Spielern die Daumen. Und noch mehr drücken wir die Daumen, dass die Meisterschaft angesichts der zunehmenden Infektionszahlen überhaupt ordnungsgemäß durchgeführt werden kann. Erst einmal wurde von der DSJ eine flächendeckende Testung aller Anwesenden angeordnet.

Alle Ergebnisse auf der Turnierseite der DSJ

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