Finale Furioso in der Bezirksliga – Birkenfeld nach dramatischer Schlussrunde Dritter

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Mannschaftsfoto Erste Mannschaft 2015_16

Mannschaftsfoto vor der Brühlhalle

Brühlhalle Baumholder, 10. April 2016, gegen 15 Uhr. Alle Partien sind gespielt, bis auf eine, um die sich ein ganzer Pulk von Zuschauern ballt. In dieser Partie am Spitzenbrett des Wettkampfs SC Niederkirchen – SV Niedermohr wird sich die Aufstiegsfrage entscheiden. Nach 9 Spieltagen, 45 Wettkämpfen und 360 Partien hängt es am Ende an einem halben Brettpunkt.

5 Stunden vorher. Unser eigener Wettkampf gegen den Absteiger SC Mackenbach beginnt vielversprechend: Mackenbach tritt nur mit 7 Spielern an, Ernst-Michael Porcher gewinnt kampflos und kann sich fortan seiner Aufgabe als Mannschaftsführer widmen. Unsere Taktik bei einem Brettpunkt Rückstand auf die Tabellenführer Zweibrücken und Niedermohr war einfach: So hoch wie möglich gewinnen und hoffen, dass eine der beiden vor uns stehenden Mannschaften patzt und gleichzeitig der ebenfalls punktgleiche Tabellenvierte Eisenberg nicht noch höher gewinnt als wir.

Mackenbach-Birkenfeld_Vordere Bretter

Birkenfeld I in der Schlussrunde: Die Bretter 1-4 …

Die Situation vor der Schlussrunde: 1. SK Zweibrücken: 12:4 Punkte, 39 Brettpunkte, 2. SV Niedermohr: 12:4 Punkte, 39 Brettpunkte, 3. SF Birkenfeld: 12:4 Punkte, 38 Brettpunkte, 4. TSG Eisenberg: 12:4 Punkte, 37,5 Brettpunkte

Erschwerend kam für uns hinzu, dass im Fall der Gleichheit bei Mannschafts- und Brettpunkten die Sonneborn-Berger-Wertung als drittes Kriterium herangezogen wird, in der wir deutlich schlechter waren als beide Tabellenführer. Im Klartext: Wir mussten mit mindestens 1,5 Brettpunkten höher gewinnen.

Mackenbach-Birkenfeld_hintere Bretter

… und die Bretter 5-8

Doch danach sah es nach dem verheißungsvollen Start nicht aus: Dirk Müller unterschätzte nach einem halbseidenen Figurenopfer seines Gegners dessen Angriff und wurde mattgesetzt. Ein herber Dämpfer, denn an diesem Brett hatten wir sicher mit einem Punkt gerechnet. Zudem verlor Aleksej Gubin am Spitzenbrett durch einen schwer zu sehenden Damenzug seines Gegners eine Figur und trotz langer Gegenwehr letztlich auch die Partie. In dieser Situation bewies unsere Mannschaft großen Kampfgeist: Dominik Freimuth unterstrich seine zur Zeit starke Form und brachte uns in Führung, Peter Lozar zeigte sich gut erholt von der unglücklich verlaufenen Pfalzmeisterschaft und erhöhte auf 3:1. Sowohl Olaf Renneberg als auch Uwe Kendzior lehnten Remisangebote ihrer Gegner ab, was vor allem im Fall von Uwe wegen eines sehr unsicher stehenden eigenen Königs hohes Risiko beinhaltete. Aber alles ging gut an diesem Tag, beide gewannen. Den sechsten Punkt konnte ich verbuchen, nachdem ich früh einen Bauern gewonnen und danach die gegnerische Initiative im Zaum gehalten hatte. Trotz des zweiten Mackenbacher Punkts an Brett 1 eine große Leistung.

Wir hatten also das Unsere getan, jetzt kam es auf die Gegner an. Zweibrücken ließ schnell keinen Zweifel an ihrem Sieg, was auch daran lag, dass Gegner Thallichtenberg nur mit 5 Spielern antreten konnte. Eisenberg begann furios mit 4 Siegen gegen Pirmasens, aber an den restlichen Brettern kamen nur noch 2 Remis hinzu – zu wenig für die junge Eisenberger Mannschaft, die gleichwohl eine bärenstarke Saison gespielt hat und im nächsten Jahr zu den Titelanwärtern zu zählen sein wird. Also hing alles an Niedermohr, bei denen aber zu Beginn mächtig Sand im Getriebe war. Nach 3 Stunden lag man 1,5:2,5 hinten und selbst dieses Ergebnis war noch schmeichelhaft. In den letzten 4 Partien durfte also nur noch ein halber Punkt abgegeben werden. Diese schwierige Aufgabe gelang mit einer Punktlandung: Niederkirchen wurde 5:3 besiegt, die bessere Sonneborn-Berger-Wertung reichte Niedermohr zum Aufstieg (siehe Tabelle). Letztlich sicher ein glücklicher Erfolg, aber auch irgendwie verdient: Wer unter dem enormen Druck einer solchen Situation in der Lage ist, seine Partien zu gewinnen, steigt zu Recht in die 2. Pfalzliga auf. Ich drücke beiden Aufsteigern die Daumen für die Saison 2016/17.

Brettmeister

Die Brettmeister der Saison 2015/16, darunter Olaf und Mario

Für uns wird es darauf ankommen, unsere Leistung weiter zu stabilisieren. Neben starken Wettkämpfen leisteten wir uns zu oft Ausrutscher in einzelnen Partien, und genau diese fehlende Konstanz war am Ende ausschlaggebend. Dennoch kann man insgesamt ein positives Fazit der Saison ziehen. In den beiden Vorjahren wurden jeweils 12:6 Punkte gesammelt, diesmal 14:4, was in beiden Vorjahren locker zum Aufstieg gereicht hätte. Zudem gewannen mit Olaf Renneberg (7/9 Punkte an Brett 6) und mir (8/9 an Brett 2) zwei Birkenfelder Brettpreise. Großes Lob verdient die Zuverlässigkeit unserer Spieler: Wir kamen ohne einen einzigen Ersatzspieler aus. Da aber mehrere Spieler aus unteren Mannschaften in der letzten Zeit gute Ergebnisse erzielt haben, mangelt es nicht an Alternativen, zudem kann man immer noch auf Neuzugänge hoffen. In den nächsten Wochen werden die Weichen für die kommenden Saison gestellt werden.

1 Antwort zu “Finale Furioso in der Bezirksliga – Birkenfeld nach dramatischer Schlussrunde Dritter”


  1. avatar Michael

    Starke Saison,Leute!!!Klasse Partien und super Mannschaftsgeist!Auch eine ganze Saison ohne Auswechselspieler auszukommen,ist ein hervorragendes Beispiel für alle Mannschaften!Zum Schluss hat es Leider nicht ganz gereicht,aber dennoch könnt ihr echt Stolz auf euch sein!