Sieg in Dahn – mit dem Kaffee kam die Wende

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Gute Laune vor dem Wettkampf

Am 26.06. mussten wir unser siebtes Saisonspiel bestreiten, Gegner war dabei der SK Dahn. Unser Siegeswille musste aber gleich zu Beginn einen herben Dämpfer erfahren, da wir ernüchtert feststellen mussten, dass unser Gastgeber keinen Kaffee anbieten konnte. Eigentlich ein No Go in einem Land, in welchem der Kaffee Kulturgetränk Nummer 1 ist und für manchen Schachspieler unabdingbar zu einer sonntäglichen Schachpartie dazu gehört.

Auf den Berichterstatter schien dieser Kaffeemangel zunächst keinen Einfluss zu haben, da er seinen Gegner Dieter Meyer an Brett 6 nach 15 Zügen quasi überspielt hatte, nur um dann in eine nur oberflächlich Vorteil versprechende Variante abzuwickeln. Das Remisangebot des Gastgebers musste er zähneknirschend annehmen. Einen weitaus größeren Beitrag leistete der früh fertig Gewordene dann, indem er die 300 m entfernte Eisdiele aufsuchte und kurzerhand Kaffee to go besorgte, den er dann seinen Mannschaftskollegen aushändigte. Selten konnte er soviel Glück und Dankbarkeit in einem menschlichen Auge wahrnehmen. Und mit dem frischen Kaffee brach sich die bisher nur ungenutzt schlummernde Energie seiner Mitspieler ihre Bahn. Niklas Leyendecker unterband jegliches Gegenspiel seines Gegners Andreas Lehr am Damenflügel (Brett 1), um ihn am Königsflügel mit Figuren und Bauern zu attackieren. Mit einer feinen, Matt drohenden Kombination beendete er die Partie.

Tim vor seinem ersten Sieg für Birkenfeld

Am dritten Brett entfaltete Tim Biehl auf der siebten Reihe mit seinen Türmen so viel Druck, dass sich der Gegner Dieter Link zu einem gravierenden Fehler verleiten ließ. Glückwunsch an Tim, es war sein erster Sieg in den Vereinsfarben der Schachfreunde Birkenfeld! Kurze Zeit später erhöhte Mark André Ruppenthal an Brett 8. Sehr schnell gelangte er gegen den Dahner Klaus Knöringer in ein Endspiel, in welchem er mit zwei Springern gegen zwei Läufer bestehen musste. Infolge der großen Anzahl an Bauern und einer eher geschlossen Stellung waren die Springer aber eindeutig im Vorteil. War es nun ein Einsteller des Gastgebers oder einfach eine Fehlkalkulation? Plötzlich hatte Mark André eine Figur mehr, der Gegner nur einen vermeintlich gefährlichen Freibauern, der aber leicht von einem der Springer gestoppt werden konnte. Wir führten nun 3,5 zu 0,5. Die endgültige Entscheidung besorgte Lena Mader am fünften Brett. Im Mittelspiel erbeutete sie einen Bauern am Damenflügel, gewann ihre Partie aber letztlich, indem sie sich die weißen Felderschwächen ihres Kontrahenten Claus Kehm zu Nutze machte. Der Monarch des Heimspielers war gegen die ihm zu Leibe rückenden Figuren – die Hauptrolle spielte hier der weißfeldrige Läufer Lenas – machtlos.

Mario mit dem partieentscheidenden Vorteil: Einem Kaffeebecher!

Nun, der Mannschaftskampf war entschieden, drei Partien liefen noch. Mario Ziegler hatte es am vierten Brett mit Peter Zwick zu tun und stand sehr unter Druck, es war eine wirklich verzwickte Stellung. Nicht nur schienen Marios Figuren seltsam unkoordiniert, die Armee des Heimspielers beherrschte auch die offenen Linien und sah sich sogar mit einer Qualität im Vorteil. Für einen außen stehenden Betrachter war nicht klar, ob das imposante Bauernzentrum Marios wirklich Kompensation darstellte. Wie dem auch sei, die Stellung war kompliziert und ein Einsteller des Dahners bescherte Mario dann doch eine Gewinnstellung, die er am Ende auch sicher verwerten konnte. Nun liefen noch zwei Partien. Michael Porcher lieferte seinem Gegner Jonas Zwick am zweiten Brett einen großen Kampf, fand sich am Ende aber doch in einer sehr unangenehmen Stellung wieder. Sein passiver Turm war nur dazu verdammt, seinen Bauern auf h5 zu decken, sein König durfte e6 nicht außer Acht lassen – und doch geschah genau das nach vielen Stunden Spielzeit. Mit einem Bauern weniger war nun gegen die aktive Stellung seines Gegners kein wirklicher Widerstand mehr möglich. Emil Bleisinger versuchte am siebten Brett gegen Manfred Engel lange Zeit einen Mehrbauern zu verwerten, aber je länger das Endspiel andauerte, so remislicher schien diese Stellung zu werden. So steuerte Emil nach über 5 Stunden Spielzeit das zweite Remis des Tages zu einem insgesamt souveränen 6 zu 2 Mannschaftssieg bei – obwohl er den viele Stunden vorher angebotenen Kaffee gar nicht in Anspruch genommen hatte. Auch wenn es nicht unser ursprüngliches Saisonziel gewesen ist, haben wir zwei Spieltage vor Schluss doch noch die Chance zum Aufstieg. Dazu reichen 3 Punkte aus zwei Spielen. Am 24.07. geht es weiter mit einem Heimspiel gegen SV Worms 1878 II.

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