Dramatische Niederlage gegen Eppendorf III

  Kommentieren

Auch wenn dieser Tage das Leben durch die Corona-Beschränkungen des Landes bzw. des Kreises sehr stark eingeschränkt ist, mögen immerhin die Online-Wettkämpfe unserer Schachmannschaften ein kleiner Lichtblick in einem scheinbar nicht enden wollenden Tunnel sein. Überbringer dieses Lichtes war diesmal eine Stadt namens Eppendorf,  ein westlich der Alster gelegener Stadtteil Hamburgs. Die Eppendorfer waren mit einem Sieg gestartet und gehören mit einem DWZ-Schnitt von über 2000 auch zu den besten Mannschaften unserer Liga.

An Brett 1 hatte es Niklas mit Robin Keyser (DWZ 2071) zu tun. Zwar gelang es unserem Youngster ziemlich schnell, Material zu erbeuten, jedoch war die Kompensation seines Widersachers so stark, dass Niklas in Zeitnot nicht die richtigen Verteidigungszüge fand, die Niederlage war nicht mehr abwendbar. Unser neuer Gastspieler Marcel Agne konnte aber mit einer starken Leistung gegen Phillip Keyser (DWZ 2058) schnell wieder ausgleichen. Dabei profitierte Marcel davon, dass sein Gegner noch in der Eröffnungsphase einen Bauern auf b7 für scheinbare Kompensation gab. Da Marcel aber auch die Damen tauschen konnte, muss der Wert dieser Kompensation in Frage gestellt werden. Trotz taktischer Scharmützel im Mittelspiel verblieb Marcel im Endspiel mit einem auf der c-Linie losrennenden Mehrbauern, der am Ende nur noch mit der Qualität gestoppt werden konnte. Das entstehende Endspiel war nun gewonnen. Spielstand 1 zu 1. Tim hatte es an Brett 4 zunächst mit einer sehr ruhigen Eröffnungsanlage seines Gegners Simon Hermes (DWZ 1786) zu tun. Tim begegnete diesem Spiel zunächst mit Figurenaktivität im Zentrum. Bald veränderte sich aber der Charakter des Spiels, Tims Gegner schritt plötzlich mit dem h-Bauern voran und deutete feindliche Absichten am Königsflügel an, Tim verlagerte sein Spiel auf den Damenflügel, seine Bauern preschten voran und am Ende dieser Entwicklung stand Tim mit einem Mehrbauern da, doch dann, Zack, schlug es bei ihm ein. Simon Hermes opferte seinen Turm auf g7 und rettete sich so in ein Dauerschach, Remis, Spielstand 1,5 zu 1,5. Mike Sidon spielte an Brett 3 eine schwerblütige Positions-Partie, bei der es ihm durch vieles Manövrieren gelang, den schwarzfedrigen Läufer seines Gegners abzutauschen. In dieser Situation entschied sich der Birkenfelder aber, ins Risiko zu gehen, lehnte bald auch ein Remisangebot seines Gegners ab, da noch unklar war, ob wir als Mannschaft auf Sieg spielen oder auch mit einem Unentschieden zufrieden sein würden. Mit f4 entblößte  Mike seinen eigenen Königsflügel – aber auch den des Gegners. Die nun folgende Zeitnotphase spielte sein Gegner Leonard Killgus (DWZ 1899) aber brillant, ein scheinbares Qualitätsopfer seines Gegners konnte Mike wegen drohendem Matt nicht annehmen, die Folge war ein Turmendspiel nebst ungleichfarbigen Läufern mit Minusbauern, was schon verlustig aussah. Da aber Mike diesen Bauern wieder zurückerobern konnte, stand ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern auf dem Brett, eigentlich Remis, doch der Gegner hatte einen Freibauern auf der h-Linie sowie einen in die gegnerische Stellung eindringenden König, plötzlich brannte es überall, das vermeintliche Remis-Endspiel war verloren. Endstand 1,5 zu 2,5. Und obwohl es im Moment der Niederlage vielleicht zunächst nur ein schwacher Trost sein mag, hat bestimmt – irgendwie irgendwo irgendwann – ein berühmter Schachmeister schon einmal folgenden Satz geprägt: „Wahre Lehren kann man nur aus Niederlagen ziehen“ (o.s.ä.).  Unser nächstes Spiel findet am Donnerstag, den 11.02., gegen den Segeberger SF statt.

 

  1. Kein Kommentar bisher