Mitteldeutsche Vereinsmeisterschaft 2020

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Die Mitteldeutsche Vereinsmeisterschaft im Schach stellt die Zwischenstufe zwischen der Rheinland-Pfalz- und der Deutschen Meisterschaft dar. Alljährlich treffen sich an wechselnden Orten die Vertreter des Saarlandes, von Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen, um in mehreren Altersklassen die Qualifikationsplätze für die Deutsche Meisterschaft auszuspielen. Sehr kurzfristig erfuhr unser Verein, dass er dieses Jahres teilnehmen durfte. In Folge der Corona-Pandemie war die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft ausgefallen, so dass sich die Vereine direkt um die Startplätze bei der Mitteldeutschen Meisterschaft bewerben konnten. Dies taten wir zunächst ohne Erfolg, da aber andere Vereine kurzfristig zurückzogen, kamen wir doch noch in den Genuss der Teilnahme in der Altersklasse U14. Vielen Dank in diesem Zusammenhang an Elias Cullmann, Patrick Ehrlich, Zihao Wang und Leon Wollscheid, die sehr schnell ihre Teilnahme zusagten. Als Trainer hatte ich das Vergnügen (ja, überwiegend war es ein Vergnügen :-)) unsere Mannschaft zu betreuen.

Hätte es einen Preis für die originellste Maske gegeben, wäre Leon mit Sicherheit ein heißer Anwärter gewesen.

Austragungsort war die City Star Jugendherberge in Pirmasens, die Spielbedingungen waren – unter den gegebenen Bedingungen – hervorragend. Die Bretter waren großzügig auf mehrere Turnierräume verteilt, sodass zwar nicht alle Partien eines Matches im gleichen Raum ausgetragen wurden (und ich somit immer von Raum zu Raum wechseln musste), aber auf der anderen Seite die Spieler ungewöhnlich viel Platz hatten. Auch ansonsten wusste die brandneue Jugendherberge (eröffnet im April 2019) zu gefallen: Schöne Zimmer, eine gute Verpflegung, ein Spielplatz vor und einer im Haus. Das Organisationsteam (Mandy Kalina, Prof. Dr. Ludwig Peetz, Stefan Ritzheim, Mara Schlich und Marco Stegner – in alphabetischer Reihenfolge; ich hoffe, ich habe niemanden vergessen!) hat, soweit ich es beurteilen kann, großartige Arbeit geleistet.
Natürlich schwebte das Thema „Corona“ allgegenwärtig über dem Turnier: Alle Personen mussten im Gebäude (außer am Esstisch und auf den Zimmern) Masken tragen, was am Brett eine ungewohnte Erschwernis darstellte, mit der der eine Spieler besser zurecht kam als der andere. Allerdings steht zu befürchten, dass Masken beim Schachspielen noch längere Zeit benötigt werden, so dass die Mitteldeutsche Meisterschaft vielleicht nur die „Generalprobe“ für einen viel flächendeckenderen Einsatz der Masken darstellt.

Freitag, 11. September, irgendwann gegen 23 Uhr: Zihao in seiner Entscheidungspartie gegen Bad Homburg

Zum Sportlichen. Unser Team war an Platz 8 unter den 10 startenden Mannschaften gesetzt und landete am Ende exakt auf Platz 8. Wie so oft bei Jugendturnieren wechselten sich unverhoffte Höhenflüge mit unerwarteten Dämpfern ab, wobei das Ergebnis von 4:6 Mannschaftspunkten absolut den Erwartungen entspricht. Kurioserweise holten wir auch im vergangenen Jahr 4:6 Punkte, damals allerdings noch in der Altersklasse U12. Wenn man berücksichtigt, dass alle unsere Spieler auch im nächsten Jahr noch in der U14 spielberechtigt sein werden, stimmt das Resultat optimistisch für 2021. Diesmal war der erfolgreichste Punktesammler Zihao mit 4 Siegen an Brett 3. Er war auch maßgeblich am sportlich wertvollsten Resultat des Turniers beteiligt, einem 2:2 in der Auftaktrunde gegen den letztjährigen Mitteldeutschen Meister U12, SK Bad Homburg. Nachdem Elias und Leon gegen ihre favorisierten Gegner die Segel hatten streichen müssen und Patrick mit einem hübschen Königsangriff den ersten Birkenfeld Punkt erzielt hatte, gelang Zihao in einer Marathonpartie bis weit nach 23 Uhr der Ausgleich. Patrick konnte sich bei diesem Turnier für die Deutsche Jugendmeisterschaft einspielen, die Ende Oktober in Willingen stattfinden wird. Auch er wird mit seinem Ergebnis von 3 Punkten aus 5 Runden zufrieden sein, durch das er seine DWZ weiter verbessern konnte. Weniger erfolgreich schnitten Elias und Leon ab, was aber nach langer Turnierpause und unter den genannten erschwerten Bedingungen nicht überbewertet werden darf. Wichtig war zunächst einmal, dass nach mehr als einem halben Jahr Pause wieder an echten Schachbrettern gegen Gegner aus Fleisch und Blut gespielt werden konnte. Wir freuen uns alle schon auf die nächsten Turniere, die hoffentlich wieder etwas regelmäßiger stattfinden werden.

Alle Ergebnisse des Turniers auf Chess Results

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