Eine sensationelle Meisterschaft

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Marius‘ erster Einsatz in Baumholder gegen Mattis Mailänder. Da träumte noch niemand von der Meisterschaft.

Birkenfeld V wird Meister der Kreisliga! Da die Kreisliga naturgemäß weniger im Fokus steht als die oberen Klassen, verdient dieses Ergebnis einen besonderen Artikel. Birkenfeld V!!! Bei all den großartigen Ergebnissen unserer Mannschaften in der Saison 2017/18 ist dies vielleicht das sensationellste. Nur durch den Rückzug anderer Vereine überhaupt in diese Klasse gekommen, besetzt mit 7 Jugendspielern, von der DWZ her deutlich die schwächste Mannschaft der gesamten Liga. Ich wäre vor der Saison mit dem Klassenerhalt völlig zufrieden gewesen.

Und dann auch noch dieser Stolperstart: Eine unglückliche 3,5:4,5-Niederlage gegen Ramstein-Miesenbach. Bekanntlich folgte danach das knappe 4,5:3,5 im Vereinsduell gegen unsere vierte Mannschaft. Ich wertete es als Punkte gegen den Abstieg, ebenso wie den 4,5:3,5-Zittersieg gegen Baumholder. Dass in diesem Spiel Marius Lang nach längerer Pause sein Comeback für unseren Verein gab, erwies sich als sehr wichtig. Marius stabilisierte die Mannschaft an den hinteren Brettern ungemein, seine 4,5 Punkte aus 7 Partien sind in seiner erst zweiten Saison und ohne jedes Training ein tolles Resultat.

Volle Konzentration vor dem „Endspiel“. Vorne Emil gegen Pascal Ditzel, dahinter Fabian gegen Hans Fries.

Nach dem vierten Spieltag war ich mir erstmals relativ sicher, dass das Thema Abstieg erledigt sein sollte. Tabellenführer Mackenbach trat fast in Bestbesetzung gegen uns an, DWZ-Schnitt 1392 gegenüber 1239 – am Ende stand ein 5:3-Sieg unserer Mannschaft. Wie in fast allen Spielen erwies sich auch hier die Aufstellung und Mannschaftstaktik als Schlüssel zum Erfolg: Sechsmal siegte unsere Mannschaft 4,5:3,5. So auch in der 5. Runde in Weilerbach. Dass diese knappen Siege immer nervenaufreibend waren und natürlich auch etwas Glück dazugehört, versteht sich von selbst, aber Glück hat am Ende nur der Tüchtige. In der 6. Runde hörte ich beim Spiel gegen Rammelsbach zum ersten Mal den Satz: „Ihr macht mit eurer Jugend ja richtig Furore.“ Den Rammelsbachern hätte, wie sie deutlich zum Ausdruck brachten, ein 4:4 gereicht, aber am Ende stand erneut das Standardergebnis von 4,5:3,5. Die siebte Runde wurde zu einem Schlüsselmoment der Saison. Zum ersten und einzigen Mal gewann unsere Mannschaft hoch, mit 6:2 in Ohmbach. Gleichzeitig gab der bisherige Spitzenreiter Thallichtenberg beide Punkte in Kohlbachtal ab. Wir waren Tabellenführer! In der 8. Runde änderte sich am Tabellenstand nichts: Sowohl beim Spiel unserer Mannschaft als auch bei dem des SC Thallichtenberg gegen Mackenbach standen am Ende knappe Sieg.

Jannis‘ Partie wurde auch in der Analyserunde mit Elias, Arvid und Simon heiß diskutiert.

Der Zufall wollte es, dass es bei der zentralen Endrunde in Weilerbach zum Showdown zwischen unserer Fünften und Thallichtenberg kam. Erster gegen Zweiter, ein Unentschieden reichte uns zum Titel. Aber natürlich waren die Gegner – wie alle Gegner zuvor – hinsichtlich der DWZ klar favorisiert. Und zwischenzeitig drohte der Kampf verloren zu gehen: Nach gutem Start (Siege von Elias Cullmann und Arvid Kammann bei einer Niederlage von Simon Rommelfanger) drehte Thallichtenberg das Spiel durch einen etwas glücklichen Erfolg von Johannes Euler gegen Marius Lang und den einkalkulierten Punkt von Hans Fries gegen Fabian Schweizer und ging 3:2 in Führung. Zur Schlüsselpartie des Matches entwickelte sich das Duell von Jannis Ruhk an Brett 6 gegen den erfahrenen Fritz Morgenstern. Jannis spielte offensiv, bot ein Figurenopfer an und blieb auch nach dessen Ablehnung in Vorteil. Aus mannschaftstaktischen Gründen bot er zweimal Remis an, das sein Gegner jeweils ablehnen musste. Als dann das Match auf der Kippe stand, schaltete Jannis konsequent um, spielte auf Gewinn und krönte einen starken Angriff mit dem entscheidenden Materialgewinn.

Es passt in das Bild der Saison, dass ausgerechnet der überragende Einzelspieler unserer Mannschaft den entscheidenden Sieg holte. Emil Bleisinger hatte früh eine Figur gewonnen, dafür aber seinen König sehr schwächen müssen, was dem Gegner zumindest praktische Chancen eröffnete. Hinzu kam Emils Zeitnot, die die Partie auch für die Zuschauer zum Krimi machte. Doch Emil behielt die Nerven, erzwang ein undeckbares Matt und erzielte damit den vierten Brettpunkt, der bereits zum Aufstieg ausreichte. Es blieb Mannschaftsführerin Sabine Ziegler vorbehalten, mit ihrem Remis in der letzten Partie der gesamten Saison den Mannschaftssieg zu sichern.

Neben der Meisterschaft stehen zwei Brettpreise: Sabine mit 5/9 an Brett 5 sowie Emil mit phantastischen 8,5/9 an Brett 2. Seine Turnierleistung von 1920 ist mit großem Abstand die beste aller Spieler der Kreisliga. Ausgezeichnete Einzelergebnisse holten auch Arvid Kammann (5,5/6 an Brett 4) und Simon Rommelfanger (6,5/8 an Brett 7). Doch ist diese Meisterschaft vor allem der Erfolg einer Mannschaft, die sich während der gesamten Saison durch tollen Teamgeist und mannschaftsdienliches Verhalten auszeichnete. Deshalb geht ein besonderer Dank an Theresia Rommelfanger und Fabian Schweizer, die sehr oft gegen die stärksten gegnerischen Spieler gesetzt wurden, und dadurch wesentlich mitverantwortlich sind für die Siege von Emil und Arvid.

Alle Ergebnisse beim Schachbund Rheinland-Pfalz.

1 Antwort zu “Eine sensationelle Meisterschaft”


  1. avatar michael porcher sen.

    Nach dem Sieg gegen Thallichtenberg,
    ein würdiger Meister.Mein Glückwunsch.
    Trost an die 4.Mannschaft,es geht weiter.